Die wahren Gurus sitzen auf dem Sofa. Direkt neben uns.

 

Gurus sind allgemein gesprochen „Wegweiser“, die durch ihr Sein, ihre Worte und Taten den Weg vom Licht ins Dunkel aufzeigen & uns inspirieren mehr unser Potential zu leben.

 

Ich schreibe jetzt NICHT über die Art von Gurus, die uns am geläufigsten sein mögen: 

die indischen Yogameister zum Beispiel, all die „Erleuchteten“ und Weisen... (with great respect for what they've done for us)

Heute geht es mir um die Gurus, die aufs erste als solche schwer auszumachen sein können: 

Diejenigen die mit Short und T-Shirt müde mit uns beim Frühstück sitzen … die Gurus eben, mit denen wir unser Leben teilen:

unsere Partner, Kinder, unsere Familien (und Tiere).

 

Warum das (auch) Gurus sind?

Weil wir dank unserer Liebsten die intensivsten Lektionen über uns selbst erfahren dürfen.

Weil dort, wo die tiefsten Gefühle & Nähe daheim sind, es besonders gerne menschelt:

Im Miteinander. 

Weil die Geliebten eben - bewusst oder unbewusst - Licht in unser Dunkel bringen:

Durchs Drücken unserer wunden Punkte, durchs Spiegeln unseres Verhaltens, durchs Aufzeigen unser Reaktionen.

(wie las ich gestern so treffend auf Facebook: „Du glaubst Du bist erleuchtet? Dann leb mal zwei Wochen mit Deinen Eltern…“)

 

Life's teachable moments warten direkt vor unseren Nasen.

Mit der in uns zutiefst verwurzelten Sehnsucht nach Harmonie und gemeinsamen Glück im Herzen, sieht der Alltag in vielen Familien oftmals anders aus: 

Destruktive Beziehungen & Verhaltensweisen, die Drama und Leid verstärken.

Dem polaren Gesetz dieses Planeten sei dank, offenbart sich damit aber auch ein ewiger Quell der Möglichkeiten: 

Mit dem Leid entsteht ein leuchtender Wegweiser zu Selbsterkenntnis, Heilung und spirituellem Wachstum. 

WENN wir uns trauen in unsere eigenen Abgründe hinzublicken...

Wenn...

 

Unendlich viele Aspekte greifen in jeder Situation unseres Lebens ineinander: 

"Wieso, weshalb, warum?" frägt der Verstand.

Für uns sind ALLE Puzzleteile aber nie auf einmal erkennbar. 

Wir werden also zu keinem Zeitpunkt eine finale, allumfassende Antwort finden. Und das ist auch gut so.

Einen der zumindest beleuchtbaren Anteile, stellt allerdings unser Ego & das lohnt es sich im Auge zu behalten:)

 

Der alte Fallensteller EGO

Ich bin mal wieder in die Falle getappt. In eine meines Egos, also eine selbst aufgestellte. 

Und dazu eine altbekannte: 

Die „Wenn ER doch nur …“ - Falle.  

Seit ein paar Tagen nackelte es nämlich in mir: So ein Unbehagen. So ein ARGH-Gefühl. Grummeligkeit. Unzufriedenheit.

 

Was mich bewegt zu erkennen und dann den Lieben um mich mitzuteilen, hilft mir Drama zu vermeiden. Big time. Diesmal adressierte ich meine Empfindungen an den Mann an meiner Seite, denn es ging um „uns“.

DAS ist der Teil in mir in Aktion, der sanft, klar und wissend ist. Der mir das Gefühl von Weite schenkt: Meine Seelenstimme.

Und dann ist da ja noch der Teil in mir, der mir sanft verpackt deutlich weniger Freude macht: Gespickt mit meinen Mustern, Ängsten und Unzulänglichkeiten. Der "Mich-Engmach"- und "Andere-verantwortlich-Mach"-Teil: Mein (ungesundes) Ego.

Der Teil also, der dann plötzlich so ganz im Stillen mit destruktiven Bemerkungen ums Eck kommt wie:

„Wenn ER doch nur … (hier nach Belieben bitte einfügen: täte, unterließe, kapierte, sagte)?“

 

„MOOOMENT“ - Warum Beschuldigen nichts bringt

Diesmal dauerte es ein bisschen, aber das „ER“- Gerede, das mulmige Bauchgefühl & SEIN Schweigen halfen mir auf die Sprünge: 

Da läuft gerade ein astreines Sabotage-Muster. Eines, das ich schon seit ewigen Zeiten in mir trage - weit bevor ich IHN tatsächlich kennenlernte.

Und damit kroch das beschleichende Gefühl in mir hoch, dass das Ganze interne Gezeter - so hart das für mein Ego ist - eher MEIN Thema ist als SEINES. 

Schade eigentlich :))) 

Denn ja, zugegeben es hat auch was kindlich Erholsames, wenn wir den anderen für unser Glück verantwortlich machen möchten. 

Das „Du solltest/müsstest… damit ich…“- Spiel ist verlockend menschlich.

Aber tatsächlich bringt es uns selbst - wenn überhaupt - nur kurze, oberflächliche Befriedigung & Genugtuung. Auf lange Sicht schafft dieses Verhalten mehr Distanz & Stagnation als Verbindung. 

Denn mit dem unseren Lieben zugeschobenen schwarzen Peter geben wir vor allem eines ab:

unsere Selbstverantwortung:

Die für unser eigenes Seelen-Heil, für das nur wir ganz allein zuständig sind.

Und die Verantwortung, Fairness & Freiheit ins Zusammenleben einzubringen.

 

Sich selbst zu erforschen ist also die eindeutig bessere Wahl. 

Weil eben alles Leid in unseren eigenen Köpfen - im Ego - entsteht:     

  aus unseren eigenen alten Erfahrungen (= Vergangenheit, die zeitlose Fundgrube), 

  aus unseren eigenen überzogenen Erwartungen oder 

  aus unseren eigenen Sorgen (= Zukunft). 

Weil echter Frieden IN uns beginnt: Umso weniger eigenes destruktives, limitierendes Verhalten wir in uns tragen, desto freier & friedvoller können wir im Aussen sein.

Weil wir ALLE Liebe & Wertschätzung erleben möchten. Und es nichts mit Liebe & Wertschätzung zu tun hat, uns selbst und/oder den Anderen zu beschuldigen. 

Weil Schuld als menschengemachtes Konzept ein egobasiertes Manipulationsinstrument ist & dem wahren Menschsein schlichtweg schadet. Getrost weg damit:)

 

„Egal wohin du auch gehst, Du nimmst Dich selbst immer mit“.

Vor der „eigenen Tür zu kehren“ ist mutige Arbeit, die Achtsamkeit & Aufrichtigkeit erfordert.

Aber es lohnt sich: für mehr Leichtigkeit und Echtheit in unseren Leben. Denn ohne ehrliche Selbstreflektion bleiben wir nur allzu oft im Opferstatus und wechseln im Extremfall ein Leben lang die Partner, ohne zu bemerken, dass es WIR SELBST (genauso) sind, die ausreichend unliebsame Muster & blinde Wahrnehmungsflecken mit einbringen.

Und so wäre es (fast) egal, mit wem wir zusammen sind: Denn es ändern sich dann nur die Mitspieler, die Namen.

Die leidlichen Themen bleiben die gleichen…

Let's face it: Flucht ist sinn- & herzlos. Also auf ins Getümmel;) 

 

Ein kleines erste Hilfe Paket, wenn die Egofalle wieder zuschnappt:

1) Atmen

Atme erst Mal - so gut es eben gerade geht - bewusst mehrfach tief ein uns aus. So kommst Du in Kontakt mit Dir & dem Moment.

2) Körperscannen

Beobachte Deinen Körper:

"Was macht die Situation gerade mit mir?

Wo sitzt diese Emotion?

Was nehm ich jetzt in meinem Körper wahr? 

Wie fühlt es sich an?"

3) Forschen

"Kenn ich mein Verhalten von irgendwo her?

Was brauch ich, damit ich JETZT anders (re)agieren kann? 

Brauch ich das angetriggerte Muster ernsthaft noch?"

4) Milde sein

Praktiziere mild zu sein. Vor allem mit Dir selbst. & dann mit Deinem Alltagsguru/Knöpfchendrücker. Wir sind alle perfekt unperfekt …

5) Mitteilen

Mitteilen hilft oftmals den Zunder aus einer hitzigen Situation zu entfernen, gesünderes Verhalten zu festigen & mit unserem Gegenüber (wieder) eine Herzens-Verbindung aufbauen.

Spür dazu noch Mal in Dich, beobachte, was in Dir vorging, was Dich gerade bewegt und was Dir jetzt helfen kann. Und dann teil Dich mit - gern mit ein bisschen Cooldownphase dazwischen falls nötig - und in Ich-Botschaften.

6) Dankbar sein

Dankbarkeit shiftet unsere Wahrnehmung von eng zu weit. Von Dunkel zu Licht. Dankbarkeit … geht immer:) Dankbarkeit für unsere Lebensgefährten. Für die gelebte Lektion. Für Deinen Mut hinzuspüren. Für mehr Licht in unser eigenes Dunkel. 

7) Lachen

Vielleicht fühlst Du Dich grad einfach albern/klein/bescheuert, ob Deiner Reaktion, die zu all dem geführt hat:

Why not laugh about it?

Das entspannt... öffnet unser Herz & rückt oftmals alles wieder in die rechte Proportion. 

Denn „Das Leben ist nicht so ernst, wie es unser Verstand uns glauben lässt“ - Eckhardt Tolle

 

In the great picture all is according to plan anyway:)

aus vollem Herzen,

Carola

 

P.S. Lust zu Tanzen nach all den vielen Worten? 

Nach Lesen dieses Artikels kam dazu dieser Musiktipp von meinem selbsternannten „Lucky man“.

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