Plädoyer für ein "Wie gehts Dir" Update

Heute morgen auf der Yogamatte lief er wieder: der Film vor meinem inneren Auge, mit all dem, was mich im Moment so bewegt. 

 

Passend zu diesen intensiven Zeiten des Wandels ist das eine ganze Menge. Wie schön;)

Zwei Fragen helfen mir in solchen Zeiten sehr: 

„Wie gehts mir im Moment?“ und „Was brauch ich jetzt?“…

 

Mit den Antworten darauf ploppte heute folgende Frage auf:  

„Teil ich meine Gedanken, Gefühle und Bedürfnisse ausreichend mit den Menschen, die mich lieben?"

 

Die Antwort kam postwendend: „Zu wenig. Zu selten“. Bumm! 

Wie schön: So PARADOX und MENSCHLICH ;)

 

Denn ich liebe „Seelenschauen“ und echte Verbindung:

Gespräche mit Tiefgang; 

Berührungen, die tief gehen,

Momente, in denen wir uns so zeigen, wie wir wirklich sind …

Dieser wahre Herzens-Austausch fasziniert mich Zeit meines Lebens.

Es sind also genau diese Momente, die mir große Augen zaubern und mein Leben bereichern. 

Doch da ist eben eine Tendenz in mir, meine inneren Vorgänge eher für mich zu behalten & im Stillen auszubrüten …

 

Mit-Teilen, wie geht das eigentlich? 

Wer kennt sie nicht: die „Wie gehts Dir?“ Sause.

Treffen sich zwei.

Frägt der eine: „Wie gehts Dir?“ (Wurf 1)

Sagt der andere: „Gut“ & ein schnelles „Und Dir?“ (Wurf 2)

Schmetterball. 

SPIELENDE.

Punktestand 0:0. 

Da liegt er am Boden: der Brennball der Emotionen, den keiner lange in der eigenen Hand halten wollte.

 

Ich empfinde solche Floskeln - wie jegliche Form von Small Talk - oft als ermüdend & - ehrlich gesagt - als überflüssig. 

„Das ist der Kleister, der die Gesellschaft zusammenhält.“ hieß es früher. Mag sein.

Meine Seele ruft nach mehr! Eure auch?

Für mich darf ein „Wie gehts Dir?“ Update her! Neu. Mit mehr „echt“.

 

Klar, im Alltagstrubel ist oft nicht der Raum für diesen Tiefgang: 

Weil wir selbst gar nicht auf die Schnelle wissen, WIE es gerade wirklich in uns aussieht.

Oder wir derart mit uns beschäftigt sind & den anderen die Tür zu uns schlicht nicht aufmachen möchten. Und natürlich muss (und will) nicht jeder X-beliebige zu hören bekommen, WAS da grade in uns los ist.

 

Aber hattet ihr sie nicht auch schon? … 

… die gemeinsamen Stunden mit Freunden, mit Euren Familien oder Eurem Partner, an denen wirklich genug Zeit und Luft war und irgendwie trotzdem so viel unausgesprochen blieb, was Euch wirklich auf der Seele brennt?  

So viel wurde gesagt und doch nichts Wirkliches von Bedeutung? 

So viele Menschen um uns und doch fühlen wir uns allein?

 

Warum eigentlich?

Max Strom, inspirierender Yogalehrer und Autor, befragte weltweit seine Kursteilnehmer, nach ihrer Definition von GlücklichSein. 

Egal, wo er auf dem Globus fragte, die Kernbotschaft lautet:

 

„ALLE Menschen sehnen sich nach VERBINDUNG UND INTIMITÄT“.

 

AHA!

Neben der Verbindung zu unserem wahren Kern, dem Göttlichen, ist es uns als Menschen also ein GRUNDBEDÜRFNIS „sozial“ verbunden zu sein, also mit anderen Wesen harmonisch zu interagieren. 

Wir ALLE sehnen uns nach einer inspirierenden Zusammenarbeit mit Kollegen, dem Gefühl, in unseren Familien zu Hause zu sein. Wir alle geniessen die Rückverbindung zur Natur, die Zeit mit unseren Tieren und feiern es, wahre Freunde zu haben…

Wir ALLE möchten erfüllende Verbindungen leben, in denen wir uns geborgen, gesehen & geliebt fühlen & in denen wir unsere Liebe und Aufmerksamkeit „zurück“ verschenken können. 

In denen wir Nähe erleben dürfen und schmecken: HURRA, WIR LEBEN! MITEINANDER!

Und ist es nicht genau DAS, was uns fehlt? 

Ein Mangel an Mitteilen, an Austausch, an Miteinander. 

Ein Mangel an echter VERBINDUNG UND INTIMITÄT.

 

Was hält uns dann davon ab mitzuteilen, was uns wirklich bewegt und miteinander verbunden sein lässt?

In Zeiten der globalen Vernetzung, in der selbst WLAN in der kleinsten Bambushütte im indischen Niemandsland verfügbar ist (been there, done that, loved it), fehlt es uns sicherlich nicht an der Hardware mit unseren Lieben „verbunden“ zu sein und zu bleiben. 

(Im Gegenteil… Lasst uns die Hardware dazu ruhig öfter & noch öfter aus der Hand legen!)

 

Für mich ists also eher die Software, die ein kleines Update braucht:

Oftmals haben wir - zu Hause und in der westlichen Gesellschaft allgemein - einfach nicht gelernt, dass es fein & richtig ist, auszusprechen, was uns bewegt & was wir brauchen.

Dazu kommt dann vielleicht noch Scham, doch leise „irre“ zu sein, mit all dem, was da in uns tobt. Und da ist auch eine Portion Angst, verurteilt zu werden oder einfach auf taube Ohren zu stoßen. 

All das sind verständliche Argumente: Uns mitzuteilen, macht uns vermeintlich erstmal verletzbarer.

Wir zeigen uns „roh“, „ohne Schutzschild“ mit all unseren Gefühlen und Unzulänglichkeiten. Mit unseren irrationalen Ängsten und Nöten: in unserem strahlenden „UnperfektSein“.

Doch so logisch die Argumente für unseren Verstand scheinen mögen: Gewohnheit, Angst, Scham halten uns vor allem klein und „disconnected“, also in der Trennung … 

Denn erst im Austausch miteinander erkennen wir, dass wir alle im Kern die selben Sorgen und Sehnsüchte teilen. Erst dann erleben wir echtes Verbunden Sein und Zugehörigkeit.

 

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Es ist - wie immer - alles bereits in uns: Präsenz, Offenheit und kindliche Neugier für unser aller verborgenen Schätze, hat jeder & jede von uns gratis mit dieser wundervollen Auslieferung - unserer Geburt - mitbekommen. Es will einfach nur noch mehr an die Luft!

 

„Be the change you want to see in this world."Mahatma Gandhi.

 

Lasst uns 

… softer zu uns selbst und anderen sein.

… mehr fragen, wies uns WIRKLICH geht und was wir brauchen.

… mutiger werden, unser Innerstes mitzuteilen.

… andere ermutigen, sich uns mitzuteilen & dann einfach hinhören.

… einfach „voll da“ sein - im Moment und miteinander!

 

and so the magic happens…

Carola

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Kommentare: 1
  • #1

    Moni (Mittwoch, 27 April 2016 22:51)

    Liebste Carola. Mit Deinen Ausführungen sprichst Du mir aus der Seele. Erst gestern erging es mir genau so. Und in den letzten Tagen spüre ich so sehr, wieviel sich bewegt, wenn man ganz "DA" ist, zuhört, sich selbst offenbart und damit auch andere hinter Ihren Vorhängen und Schleiern hervorlockt. Mach weiter! Ich liebe es, wie ehrlich Du schreibst, was in Dir vorgeht. Dicker Knutscha, Moni

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